Zur Feststellung kausaler Effekte müssen in der Regel aufwändige experimentelle Studiendesigns durchgeführt werden. Eine nicht-experimentelle Möglichkeit zur Feststellung kausaler Effekte ist die Kohortenstudie (cohort study). Dabei handelt es sich um ein Längsschnittdesign, bei dem eine Gruppe einem potentiell wirksamen Treatment bzw. einer Kausalvariable ausgesetzt wird, wohingegen eine andere Gruppe keine solche Behandlung erfährt. Typische Kohorten wären Raucher vs. Nicht-Raucher oder Erkrankter vs. Nicht-Erkrankter. Diese Gruppen können dann hinsichtlich auftretender Unterschiede in den interessierenden Reaktionen verglichen werden.

Beispiel: Spielsüchtige werden mit Nicht-Spielsüchtige Personen hinsichtlich der Neigung zu aggressivem Sozialverhalten verglichen. Hier wird die Spielsucht als potentiell kausal für die Ausprägung aggressiven Sozialverhaltens gesehen.

Besteht keine Möglichkeit, ein Längsschnittdesign mit mehreren Messzeitpunkten umzusetzen, so kann eine Fall-Kontroll-Studie (case control study) erfolgen. Hierbei werden Personen ausgewählt, bei denen der zu untersuchende Effekt bereits eingetreten ist. Diese werden mit vergleichbaren Personen verglichen, bei denen ein solcher Effekt nicht vorhanden ist. Beide Gruppen werden rückblickend untersucht, inwiefern sie potentiellen Einflussfaktoren ausgesetzt waren, welche als auslösend für die untersuchten Effekte vermutet werden.

Beispiel: Personen mit aggressiven Merkmalen des Sozialverhaltens werden verträglichen Personen gegenübergestellt. Dabei werden die untersuchten Gruppen hinsichtlich ihres vergangenen Nutzungsverhaltens von Medien verglichen, welche als potentiell ursächlich für aggressives Sozialverhalten betrachtet werden.

Zusammenfassung: Eine Möglichkeit, kausale Effekte ohne die Umsetzung aufwändiger Experimente zu prüfen, besteht in der Durchführung von Kohortenstudien. Hier werden Gruppen gebildet, welche bestimmten Reizen ausgesetzt waren und mit Gruppen ohne eine solche Reizeinwirkung verglichen. Die Untersuchung erstreckt sich in der Regel über mehrere Messzeitpunkte (Längsschnittuntersuchung). Ist eine Längsschnittuntersuchung nicht möglich, so kann eine Fall-Kontroll-Studie durchgeführt werden, bei der zwischen Personen mit bereits eingetretenem Effekt und Personen ohne einen entsprechenden Effekt rückwirkend nach Einflüssen vermuteter Ursachen geforscht wird.