Der Youden Index (auch Youdens J) ist ein Verfahren, das zur Optimierung von Analysemethoden im Sinne von ROC-Kurven (Receiver-Operating-Characteristics-Analyse, Grenzwertoptimierung) genutzt wird. Dabei ist das grundlegende Ziel, einen Schwellenwert zu bestimmen, an dem die Unterscheidung von zwei Gruppen anhand eines Tests mit größtmöglicher Wahrscheinlichkeit gelingen wird. In diesem Zusammenhang wird auch vom Konzept der Trennschärfe gesprochen. Der Wertebereich des Youden Index befindet sich in einem kontinuierlichen Bereich zwischen [-1,1]. Die Formel zur Berechnung des Youden Index lautet:

Youden-Index = Sensitivität + Spezifität – 1

Die Sensitivität (auch Trefferquote) eines Tests gibt an, wie hoch die Wahrscheinlichkeit eines Tests einzuschätzen ist, Personen als positiv zu klassifizieren, die auch tatsächlich die gesuchte Eigenschaft aufweisen. Dagegen wird unter der Spezifität eines Tests die Fähigkeit verstanden, Personen als negativ zu klassifizieren, welche die gesuchte Eigenschaft tatsächlich nicht aufweisen.

Je höher die Werte des ermittelten Youden-Index, desto besser ist der spezifische Schwellenwert des Tests geeignet, um Subjekte mit verschiedener Gruppenzugehörigkeit korrekt zu identifizieren. Der Youden-Index ist damit in der Lage, eine ausgewogene Integration von Sensitivität und Spezifität eines Tests zu erreichen. Auf diese Weise wird eine optimale Vorhersage ermöglicht.

Zusammenfassung: Der Youden-Index ist eine Kennzahl, welche im Rahmen der Grenzwertoptimierung von Tests herangezogen wird, um zu ermitteln, wie die optimalen Sensitivitäts- und Spezifitätswerte eines Tests sein müssen, um eine bestmögliche Vorhersage zu erreichen. Da die Sensitivität und die Spezifität von Tests nicht unabhängig voneinander sind, gilt es im Rahmen von Grenzwertoptimierungen, die optimale Balance hinsichtlich der beschriebenen Kennwerte zu finden.