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6 Tipps für eine erfolgreiche Umfrage

Sie wollen oder müssen eine Umfrage durchführen? Kein leichtes Unterfangen – aber eine lösbare Aufgabe! Die folgenden Hinweise helfen Ihnen, Fehlerfallen zu umgehen, wenn Sie Ihre Erhebung konzipieren und die Umfrage auswerten. Wenn Sie diese „6 Gebote“ beherzigen, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen:

1. Geeignetes Thema finden
2. Forschungsfrage konkretisieren und absichern
3. Optimales Forschungsdesign entwickeln
4. Genügend Teilnehmer finden
5. Gut durchdachte Fragebogen verwenden und testen
6. Umfrage auswerten, Entscheidungen statistisch legitimieren

1. Geeignetes Thema finden

Leitmotiv jeder empirischen Untersuchung ist ihre Originalität. Suchen Sie daher nicht krampfhaft nach einer „Informationslücke“ in bestehenden Studien, sondern lassen Sie Ihrer Intuition freien Lauf. Gute Impulsgeber für die Ermittlung geeigneter Fragestellungen sind Ideen, die Ihnen bei der Beschäftigung mit Lehrveranstaltungen und -materialien, bei der Lektüre von Fachveröffentlichungen, aufgrund externer Anfragen von Firmen oder durch publizierte Forschungsvorhaben von Organisationen kommen.
Achten Sie unbedingt darauf, dass sich Ihre Thematik entweder inhaltlich von bereits veröffentlichten Erhebungen unterscheidet oder – bei bekannten Fragestellungen – von Ihnen methodisch grundlegend anders behandelt wird.

2. Forschungsfrage konkretisieren und absichern

Die Formulierung der Forschungsfrage will gut überlegt sein, denn sie entscheidet über Sinn und Werthaltigkeit der ganzen an sie geknüpften Untersuchung. Mit einer zu allgemein gehaltenen Fragestellung programmieren Sie Ihr Scheitern, da die Studie mit Ihren Mitteln niemals der notwendigen Komplexität der statistischen Erfassung und Auswertung gerecht werden kann. Beschränken Sie sich vielmehr auf einen in der Literatur noch nicht behandelten Teilaspekt und grenzen Sie den Gegenstand der Erhebung zeitlich, räumlich und sachlich weitestgehend ein. Vermeiden Sie widersprüchliche oder tendenziöse Fragen und nebulöse Konzepte.
Schaffen Sie sodann durch umfassende Recherche der einschlägigen Veröffentlichungen rund um Ihre Fragestellung ein solides, angriffssicheres Fundament für die Umfrage. Setzen Sie dabei auf referenzierte Quellen aus Primär- und Sekundärliteratur und tagesaktuelle Online-Datenbanken, Fremdzitate und „graue Literatur“ sind tabu.

3. Optimales Forschungsdesign entwickeln

In diesem Stadium wird die Vorgehensweise für die Erhebung bestimmt. Sie legen fest, mit welcher Methodik, an welchen Objekten und mit wie vielen Durchläufen die Untersuchung erfolgen soll, um Ihre Forschungsfrage beantworten zu können. Werden Sie sich in diesem Zusammenhang darüber klar, welche Erhebungsart Sie praktizieren wollen. Ob Sie Ihre Ziele besser mit einer mündlichen oder mit einer schriftlichen Befragung erreichen, hängt u.a. von den Inhalten, der erstrebten Geltungsbreite der Ergebnisse, der Bedeutung von sozialen Zugehörigkeiten oder individuellen Merkmalen der befragten Personen und Ihren finanziellen und zeitlichen Möglichkeiten ab. Insbesondere unter dem letzten Gesichtspunkt ist der Fragebogenmethode sicher der Vorzug zu geben, vor allem, wenn Interviews zu keinen nennenswerten Abweichungen hinsichtlich der Resultate führen.

4. Genügend Teilnehmer finden

Um eine für die Aussagefähigkeit der Ergebnisse hinreichende Anzahl von Personen für die Befragung zu gewinnen, bedarf es einer geschickten „Lockstrategie“. Optisch ansprechend gestaltete, gerne mit einem speziellen Logo versehene Werbung auf der eigenen Website oder mit Aushängen, in sozialen Netzwerken sowie mündliche Ansprache geeigneter Zielpersonen bei allen kommunikativen Anlässen helfen hier weiter. Wichtig ist, mit engagiertem Auftreten Interesse zu wecken und eine klare Teilnahmefrist vorzugeben.

5. Gut durchdachte Fragebögen verwenden und testen

Das gängigste Instrument für quantitative Datenerhebungen ist der Fragebogen. Bei seiner Konzeption sind einige grundlegende Regeln zu beachten:

  • Fragen so konkret wie möglich formulieren, um nachvollziehbare und belastbare Angaben zu erhalten.
  • Fragebogen kurz fassen, alle Aspekte der Fragestellung abdecken, aber inhaltliche Überschneidungen vermeiden. 20 bis 40 Fragen sind ideal.
  • Gut verständliche Ausfüllanleitung für die Teilnehmer beifügen.
  • Im Hinblick auf die spätere Auswertung verwendete Begriffe und Kategorien operationalisieren (messbar machen), etwa durch Skalenwerte (1 = trifft gar nicht zu bis 5 = trifft uneingeschränkt zu).
  • Zweckdienlichkeit der Erhebung durch Probebefragungen (Pretests) überprüfen.

6. Umfrage auswerten, Entscheidungen statistisch legitimieren

Wenn Sie nach abgeschlossener Umfrage Auswertung und Analyse der gesammelten Informationen als Folgeschritte angehen, lassen Sie statistische Sorgfalt walten und beachten Sie das Grundgebot: schlechte Auswertung – Umfrage wertlos! Schließlich können erst durch methodisch saubere Auswertung Umfrage und Datenertrag eine entscheidungstaugliche statistische Qualität erhalten.
In Abhängigkeit von der Fragestellung kommen vor allem folgende Auswertungsvarianten in Betracht:

  • Untersuchung von Variablen- (Merkmals-)Beziehungen für eine nachfolgende Hypothesenprüfung
  • Faktorenanalyse (Ermittlung voneinander unabhängiger Merkmalsgruppen nach dem Kriterium ihrer jeweiligen korrelativen Beziehungen)
  • Typisierungsverfahren (Klassifizierung von Personen, Situationen, Umständen etc. anhand bestimmter Eigenschaften, meist mithilfe der Clusteranalyse).

Für eine sachgerechte Evaluation der Umfrage empfiehlt sich bereits bei mittlerem Komplexitätsgrad die Hinzuziehung von Statistik-Experten. Methodische Präzision und Ergebnisqualität stehen in unmittelbarem Zusammenhang! Spätestens dann, wenn der mit der Erhebung bezweckte Erkenntnisgewinn in zielführende Maßnahmen umgesetzt werden soll, wird sich erweisen, wie wertvoll es war, dass im Anschluss an die Umfrage Auswertung, Analyse und Ergebnisaufbereitung nach professionellen Standards vorgenommen wurden.