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Die Delphi-Methode: So nutzen Entscheidungsträger die Befragung in Stufen

Ein Entscheidungsträger, der zukünftige Entwicklungen und Tendenzen kennt und abschätzen kann, ist klar im Vorteil. Doch woher weiß man, welche Trends in einigen Jahren zu erwarten sind? Oder wie viel Zeit ein Projekt benötigt, welche Kosten für ein Projekt zu erwarten sind? Antworten darauf kann man mithilfe der Delphi-Methode ermitteln. Im Rahmen einer Delphi Befragung befragt man eine Gruppe von Experten in mehreren Runden strukturiert. Dadurch erhält man nach mehreren Befragungsrunden ein fundiertes Bild aus vielen verschiedenen Blickwinkeln. Im Folgenden stellen wir Ihnen die Delphi-Methode einfach erklärt vor. Wir bringen Ihnen die Vorteile der Delphi-Technik für Ihr Projekt Schritt für Schritt näher. Am Schluss finden Sie außerdem ein Delphi-Methode Praxisbeispiel aus der Personalplanung.

Gerne beraten wir Sie, wie sie die Delphi-Methode für Ihre Projektarbeit nutzen können. Indem viele Experten ein breit gefächertes Meinungsspektrum liefern, kann man firmeninterne Prozesse wesentlich effizienter gestalten. Zukünftige Entwicklungen kann man daher wesentlich zuverlässiger vorhersagen als durch Einzelmeinungen. Wir stehen Ihnen mit individuellen Lösungen gerne kompetent zur Seite. Unsere Experten beraten Sie gerne. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

Diesem Artikel beantwortet folgende Fragen

  • Was ist die Delphi-Methode – Definition?
  • Welche Stufen gibt es bei der Delphi Befragung?
  • Wie funktioniert die Auswertung und Analyse Delphi Befragung?
  • Gibt es ein Delphi-Methode Praxisbeispiel aus der Novustat Beratungspraxis?

Delphi und der Blick in die Zukunft

In der Antike war Delphi ein Ort, an dem die Götter den Hilfesuchenden in Form eines Orakelspruchs etwas über die Zukunft verrieten. Heute kann man dahingegen die Delphi-Methode verwenden, um einen Blick in die Zukunft zu werfen. Somit kann man einen Eindruck von kommenden Trends gewinnen.

Die Delphi-Methode – Was ist das?

Die Delphi-Methode ist eine strukturierte mehrstufige Befragung mit dem Ziel der Konsensbildung. Dabei gibt eine Gruppe von Fachleuten Antworten und Einschätzungen zu einem Thesen- oder Fragenkatalogs. Diese Ergebnisse werden dann zusammengefasst. In einer weiteren Runde beantworten die Experten wiederum die Fragebögen zusammen mit den Resultaten der ersten Runde. Dieser Prozess wird solange wiederholt, bis ein Konsens gefunden ist.

Die Delphi-Methode einfach erklärt

Der Ablauf der Delphi-Methode ist denkbar einfach und effizient: Experten werden nach einem vorab definierten Schema solange befragt, bis vorab festgelegte Kriterien erreicht sind. Im Detail:

  1. Das Ziel der Befragung wird klar umrissen und festgelegt. Dazu benennt man einen geeigneten Expertenkreis.
  2. Ein unabhängiger Moderator formuliert den Fragebogen. Dabei wird das Befragungsziel von allen Seiten ausgeleuchtet. Dabei kann man sowohl Thesen als auch geschlossene oder offene Fragen verwenden. Es bietet sich an, eine Likert Skala zu verwenden und dabei auch Enthaltungen zuzulassen.
  3. Die Fragebögen werden an die Experten gesendet. Diese beantworten die Fragebögen innerhalb einer definierten Zeitspanne.
  4. Die Fragebögen werden nach der Rückgabefrist deskriptiv ausgewertet und verdichtet.
  5. In der nächsten Runde erhalten die Experten die Fragebögen erneut. Diesmal enthalten die Fragebögen auch die Gruppenergebnisse. Die Darstellung aller Ergebnisse ist dabei anonymisiert. Somit ist keine gegenseitige Einflussnahme möglich.
  6. Anschließend folgen mehrere Wiederholungen der Schritte 3.-5., bis ein bestimmter Grad an Konvergenz erreicht ist oder sich die Meinungen nicht mehr ändern.
Delphi-Methode in 4 Runden
Schema einer Delphi-Befragung in 4 Runden

Vorteile der Delphi-Methode

  • Durch die Möglichkeit der anonymen Befragung werden Beeinflussungen der Befragten untereinander ausgeschlossen. Die Befragten wissen in der Regel nicht, welche Experten noch befragt werden.
  • Durch die Verwendung geschlossener Fragen mit bestimmten Antwortmöglichkeiten erfolgt eine zielgerichtete Beurteilung.
  • Mit einer Übersetzung der Fragebögen können die Experten Antworten in ihrer Muttersprache geben. Verständigungsschwierigkeiten werden somit reduziert.
  • Insbesondere bei langen Entscheidungsprozessen spart eine Befragung in Papierform oder eine elektronische Delphi-Befragung viele Ressourcen. Die Delphi-Methode ist daher wesentlich günstiger als Meetings oder Konferenzen.
  • Eine elektronische Delphi-Befragung bietet zudem den Vorteil zeitnaher, kostengünstiger und automatisierter Rückkopplung. Die Ergebnisse einer Befragungsrunde sind unmittelbar von allen Beteiligten einsehbar.
  • Die Befragung mehrerer Experten und deren Kompetenzen führt zu realistischeren Schätzungen. Dies gilt insbesondere in frühen Projektphasen und Aufgabengebieten mit hohem Fehlerrisiko (z.B. Aufwandsschätzungen, Entwicklung neuer Produkte,…)

Anwendungsgebiete und Einsatzmöglichkeiten

Forschungsinstitute wie z.B. das Fraunhofer-Institut ermitteln mit der Delphi-Technik Entwicklungen und Trends in Wissenschaft und Forschung. Aber auch staatliche Stellen geben Delphi Studien in Auftrag, um vorab zu untersuchen, ob eine Konsensbildung überhaupt möglich ist.

Im Projektmanagement wird die Delphi-Technik für Schätzaufgaben angewendet. Wenn man beispielsweise ein neues Produkt entwickeln möchte, so können mit der Delphi-Methode Fachleute unterschiedlicher Disziplinen Trends beurteilen. Aber auch für Schätzungen von z. B. Aufwendungen oder Investitionen kann man so Kompetenzen von unterschiedlichen Experten nutzen.

In der Medizin wird die Delphi-Methode zur Erstellung von Leitlinien verwendet. Der Vorteil bei der Verwendung der Delphi Technik besteht dabei darin, dass eine sehr große Anzahl an behandelnden Ärzten einbezogen werden kann. So kann man eine große Vielfalt an Behandlungsstrategien berücksichtigen.

Unsere Experten-Tipps für eine gelungene Delphi Befragung

  • Überlegen Sie vorab genau, welche Experten Sie in die Befragung einbinden. Die Experten müssen über die gesamte Laufzeit der Studie zur Verfügung stehen. Außerdem sollten die Fachleute viele unterschiedliche Blickwinkel auf die Fragestellung beleuchten können, z. B. durch verschiedene Fachrichtungen, unterschiedliche Positionen etc. Um Experte für eine Fragestellung zu sein, muss man nicht zwangsläufig einen akademischen Abschluss haben.
  • Die Anzahl an Experten für die Diskussion der Fragestellung muss angemessen sein. Erst wenn alle Befragten geantwortet haben, startet die nächste Befragungsrunde. Die Anzahl der Runden steht meist in engem Zusammenhang mit der Anzahl eingebundener Experten.
  • Die Fragen müssen so konkret wie möglich gestellt werden und die Antworten geeignet spezifiziert werden. Vorab sollte man sich überlegen, ob auch Enthaltungen zugelassen werden sollen. Mit offenen Fragen gibt man den Teilnehmern die Möglichkeit, neue Aspekte einzubringen. Diese Punkte kann man in weiteren Runden wieder zur Diskussion stellen.
  • Übertreiben Sie nicht: Weder bei der Anzahl der Fragen noch bei den Antwortmöglichkeiten sollte die Delphi Befragung zu sehr ausufern. Die Bereitschaft der Experten nimmt rapid ab, wenn diese einen Fragenkatalog vom Umfang eines Fachbuches bearbeiten sollen. Auch die Auswertung der einzelnen Runden wird dadurch deutlich aufwendiger.
  • Nach Beendigung der Befragungsphase sollte man die Ergebnisse allen Beteiligten zugängig machen.

Unser Delphi-Methode Praxisbeispiel

Die Delphi-Methode kann gewinnbringend in Unternehmen eingesetzt werden. Novustat unterstützt Unternehmen beispielsweise in der Personalplanung mit der Delphi-Technik. Gerade in der Personalplanung muss man zukünftige Entwicklungen möglichst genau beurteilen. Sowohl eine Überschätzung als auch eine Unterschätzung des Personalbedarfs wirken sich negativ auf das Unternehmen aus. Die bereits etablierten Verfahren der Personalplanung können durch eine strukturierte Abfrage in Form einer Delphi-Befragung ergänzt werden.

Als Experten und somit Teilnehmer der Befragung werden alle Projektverantwortlichen angesehen. Insbesondere ist es wünschenswert, nicht nur Führungskräfte von Abteilungen zu befragen, sondern auch diejenigen mit in die Verantwortung zu nehmen, die Projekte leiten. Die Anzahl der Befragten ist hoch. Die Motivation zur aktiven Unterstützung ist ebenfalls hoch, zumal öfter Kritik an der Personalplanung „von oben herab“ geäußert wurde. Um die Bearbeitung zu erleichtern und rasche Rückmeldungen zu erhalten werden die Fragebögen elektronisch verteilt, ausgefüllt und ausgewertet.

Der Fragebogen gliedert sich in drei Bereiche: zukünftige Projekte, Personalbedarf und Entwicklungsmöglichkeiten. Es werden jeweils die Zeitfenster kurzfristig (1 Monat bis 1 Jahr), mittelfristig (1-2 Jahre) langfristig (2-5 Jahre) abgefragt.

In der zweiten Befragungsrunde werden die Ergebnisse der ersten Befragung als Histogramme über den Antwortmöglichkeiten angezeigt.

Delphi-Methode Praxisbeispiel: Auszug aus einem Fragebogen zur Personalplanung

Welche Entwicklungen in Ihrem Aufgabenbereich sehen sie mittelfristig in Zeitraum von 1 Jahr bis 2 Jahren?

mehr als 10% Abnahme3% bis 10% AbnahmeGleichbleibend: zwischen 3% Abnahme bis 3% Zunahme3% bis 10% Zuwachsmehr als 10% Zuwachskeine Angabe möglich
Ergebnisse Runde 1:15%40%40%5%
Regional

Zusammenfassung

Die Delphi-Methode ist ein Instrument, um Meinungen und Prognosen unterschiedlichster Experten zu sammeln und zusammenzuführen. Durch den Rückkopplungsmechanismus in den einzelnen Befragungsrunden ist eine Konsensfindung möglich. Die Delphi-Technik bringt insbesondere im Projektmanagement von Unternehmen den Vorteil, dass Experten unterschiedlicher Positionen strukturiert ihre Sichtweise zu definierten Fragestellungen abgeben können. Trends können besser vorhergesagt, Schätzungen zuverlässiger vorgenommen werden. Wir beraten Sie gerne, wie Sie diese Befragungstechnik in Ihrem Unternehmen gewinnbringend und effizient einsetzen können. Klar konstruierte Fragebögen, die geeignete Auswahl an Experten und eine punktgenaue Auswertung sind der Schlüssel dafür. Unsere Experten freuen sich, Ihre Fragestellung kennenzulernen. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

Weitere Informationen

Arbeitspapier zum Einsatz der Delphi-Methode im Projekt OPEN

Handbuch Methoden der Organisationsforschung