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Auswertung Mitarbeiterbefragung: Die 11 besten Tipps

Mitarbeiterbefragungen spielen in Zeiten des häufigen Personalwechsels eine immer größere Rolle und bieten den Unternehmen eine Reihe von Vorteilen.Eine erfolgreiche Mitarbeiterbefragung bedarf einer gründlichen Vorbereitung schon von Beginn an mit Hilfe einer professionellen Fragebogen-Erstellung, damit die anschliessende Auswertung auch entsprechende Erkenntnisse liefern kann. Die Fragebögen werden nach der Erstellung von den Befragten ausgefüllt und im Anschluss ausgewertet und analysiert. Grundlage für die Auswertung der Mitarbeiterbefragung ist das Datenmaterial, welches natürlich durch das Ausfüllen der Fragebögen erhoben wird. Mithilfe der erhobenen Daten sollen die Ziele der Mitarbeiterbefragung so gut wie möglich erreicht werden. Daher ist es von höchster Priorität, einen Fragebogen so sorgfältig wie möglich zu erstellen, so dass die Ziele einer Mitarbeiterbefragung optimal erreicht werden. Im Internet finden sich für die Mitarbeiterbefragung Muster und Vorlagen, sowie wichtige Tipps zur Auswertung, wie beispielsweise in diesem Video von Novustat. Diese sind aber aufgrund der Individualität der Befragungen natürlich noch anzupassen. Gerne unterstützen wir auch Sie mit unserem Leistungsspektrum rund um die Auswertung Ihrer Mitarbeiterbefragung.

Im folgenden Video haben wir Ihnen die Vorteile einer Zusammenarbeit mit einer professionellen Statistik-Beratung im Rahmen einer Auswertung einer Mitarbeiterbefragung zusammengestellt.


Im Folgenden soll eine Reihe von wertvollen Tipps für die Gestaltung von Fragebögen gegeben werden. Dabei soll der optimale Informationsgehalt der Fragebögen gewährleistet sein und die Auswertung der Mitarbeiterbefragung die Stimmung der Belegschaft widerspiegeln. Dies sind aber nicht die einzigen Vorteile einer Mitarbeiterbefragung:

  • Sie können als Kontrolle für betriebliche Maßnahmen dienen
  • Sie beeinflussen nicht selten die Mitarbeiterzufriedenheit
  • Sie führen zu einer offeneren Kommunikation
  • Sie liefern Daten, die sonst schlecht messbar sind
  • Oft erkennt man in einer Mitarbeiterbefragung Muster, die Prozesse oder Veränderung herbeiführen.

1. Statistiker in Verantwortung nehmen

Einer der Hauptaspekte die jedem Statistiker bei dem Stichwort „Auswertung Mitarbeiterbefragung“ in den Sinn kommt, ist das Datenmaterial. Für die Auswertung der Fragebogen werden sowohl qualitative als auch quantitative Daten erhoben, wobei gerade die Auswertung des quantitativen Teils gewisse Fachkenntnisse voraussetzt. Je nach Skalenniveau werden bei der statistischen Auswertung verschiedenste Verfahren genutzt, die gewisse Voraussetzungen fordern (z.B. binäre Variablen, kategoriale Variablen oder metrische Variablen).

Ein Statistiker kann so bei Entwurf der Frageformen durch Vorgabe von Antwortmöglichkeiten gezielt die benötigte Skala vorgeben, so dass die statistischen Verfahren sehr präzise Ergebnisse liefern.

2. Auswertung Fragebogen – Demografische Angaben unbedingt abfragen!

Neben den Items/Fragen ist es wichtig auch demografische Angaben bzw. den sozioökonomischen Status abzufragen. Mithilfe dieser Angaben lassen sich die Befragten zusätzlich in Untergruppen unterteilen, sodass Unterschiede zwischen Personengruppen aufgedeckt werden. So lassen sich mithilfe einer Mitarbeiterbefragung Muster erkennen und spezielle Veränderungen herbeiführen. Es ist jedoch darauf zu achten, dass die Anonymität weiterhin gewährleistet ist. Sind die Abfragen zu speziell, so besteht die Gefahr, dass diese Abfragen ignoriert werden. Auch sollten nur Hintergründe abgefragt werden, die wirklich relevant für die Umfrage sind. Ist die Teilnehmerzahl der Mitarbeiterbefragung gering, so sollten nicht zu detaillierte Antwortmöglichkeiten vorgegeben werden.

Persönliche Angaben stehen meist am Anfang des Fragebogens, da sie am Ende manchmal missachtet oder vergessen werden.

3. Objektivität wahren

Mit der Auswertung des Datenmaterials sollte eine externe Person beauftragt werden, die in keinem engen Zusammenhang mit den Befragten steht. Eine enge Verbindung könnte hier die Objektivität gefährden. Der Analyst könnte zudem anhand der persönlichen Angaben auf den Mitarbeiter schließen. Werden Fragebögen in Form eines Ausdrucks schriftlich ausgefüllt, so könnte sogar die Schrift auf den Probanden schließen.

4. Likert Skala vernünftig einsetzen – Antwortmöglichkeiten vorgeben

Die Likert Skala ist oftmals das entscheidende Werkzeug bei geschlossenen Fragen. Fragebögen bestehen nicht selten zu über 80 % aus dieser Skala. Hierbei werden Präferenzen, Zustimmungen und Meinungen abgefragt. Oftmals stehen neben den anzukreuzenden Feldern die erklärenden Ausprägungen. Eine ungerade Anzahl an Kästchen lässt eine eindeutige Mitte zu (z.B.: weder – noch, stimme teils zu – teils nicht, weder ja – noch nein). Hierbei muss man sich bewusst sein, dass viele Mitarbeiter bei der Auswertung der Mitarbeiterbefragung oft unentschlossen bzgl. einer klaren Meinung sind und sich für die Mitte entschieden (weder – noch, manchmal, etc.). Oftmals ist dies nicht gewollt, so dass eine gerade Anzahl an Möglichkeiten vorgegeben wird.

Zuordnung unterschiedlicher Skalenniveaus zu unterschiedlichen Fragetypen in SPSS
Skalenniveaus in SPSS

5. Stichwort: Auswertung Mitarbeiterbefragung – bei der Likert Skala das Skalenniveau beachten!

Gibt man bei einer Likert Skala oder dem Semantischen Differential alle Antwortmöglichkeiten vor, so kann es sein, dass die Abstände nicht konstant gleich groß sind. Beispielsweise ist bei Schulnoten die Differenz zwischen “gut“ und “sehr gut“ wesentlich geringer als zwischen “ausreichend“ und “mangelhaft“. Dies hat zur Folge, dass das Skalenniveau nicht metrisch sondern ordinal ist. Dann dürfen gewisse Analysen streng genommen gar nicht durchgeführt werden und das arithmetische Mittel darf ebenfalls nicht berechnet werden.

Bei der Auswahl der Antwortmöglichkeiten, bei denen eine Anordnung möglich ist (z.B. von klein nach groß), sollten die Abstände zwischen den Ausprägungen also möglichst konstant sein. Eine oft verwendete Möglichkeit die zu erreichen ist die Nennung der größten Gegensätze. Zwischen diesen werden anschließend Felder ohne Erklärung angegeben, so dass der Mitarbeiter selbst für eine Erläuterung sorgen muss und die Abstände zwischen den Kästchen selbst als konstant ansieht. Das Skalenniveau ist dann quasi-metrisch und eine Abhängigkeitsanalyse wie die Regressionsanalyse ist möglich.

Eine weitere Möglichkeit das Skalenniveau mindestens als intervall-skaliert auszuweisen, trotz Likert Skala, besteht in der Quantifizierung der Ausprägungen. Verpasst man den Ausprägungen Zahlen, die die Abstände zwischen ihnen gut widerspiegeln, so kann wieder von metrischem/kardinalem Skalenniveau ausgegangen werden (z.B.: sehr zufrieden (1), zufrieden (2), neutral (4), unzufrieden (6)). Diese Vorgehensweise ist in der Praxis seltener zu finden, führt aber ebenfalls zu metrischem Skalenniveau.

6. Eines der wichtigsten Ziele einer Mitarbeiterbefragung – die Zuverlässigkeit!

Ganz wichtig beim Thema: Auswertung Mitarbeiterbefragung, ist die Zuverlässigkeit des Datenmaterials. Die Auswertung der Mitarbeiterbefragung macht nur dann Sinn, wenn die Daten vertrauenswürdig sind. Nicht selten ist der Antrieb des Auszufüllenden eher gering. In der Marktforschung wird dieser finanziell motiviert, bei Mitarbeiterbefragungen kann die Motivation verschiedene Gründe haben. Im einfachsten Fall kann aber die Pflicht der einzige Grund sein.

Oftmals sind bei der Mitarbeiterbefragung Muster im Ankreuzverhalten erkennbar, sodass der Fragebogen dann eigentlich wertlos für die Auswertung ist. Solche Muster gilt es zu erkennen und den Mitarbeiter anschließend aus der Erhebung zu entfernen.

Eine beliebte Methode ist hierbei die Wiederholung einer Frage. Diese wird ein zweites Mal gestellt, jedoch im Fragebogen möglichst weit entfernt von der ersten. Stellt man diese andersherum gerichtet, so sollte sich der Wert auf der Skala ebenfalls umkehren. Liegen beide Werte aber nicht weit genug auseinander, so ist an der Reliabilität zu zweifeln.

“Liner“ kreuzen bei jeder Frage die gleiche Ausprägung an (z.B. die Mitte der Skala). Dieses Muster erkennt man leicht, indem man die Varianz im Antwortverhalten überprüft. Liegt eine hohe Zuverlässigkeit des Datenmaterials vor, so erlebt man beim Thema: Auswertung Fragebogen – keine bösen Überraschungen und muss keine Merkmalsträger bzw. Mitarbeiter aus der Analyse ausschließen.

7. Frageblocks erstellen – Fragebogen strukturieren

Oftmals ist es sinnvoll Fragen ähnlicher Natur in einen Fragenblock einzubetten und so dem Mitarbeiter eine Orientierungshilfe zu geben. Diese Fragen sollten eine hohe interne Konsistenz aufweisen (hohes Cronbachs Alpha). Sind die Items aber negativ formuliert, so fällt Cronbachs Alpha deutlich geringer aus. Bei der Auswertung des Fragebogens können die Antworten aber wieder “gedreht“ werden, indem man (die Anzahl der Ausprägungen + 1) – Itemausprägung rechnet. Fällt Cronbachs Alpha jetzt niedrig aus, so ist entweder die Zuverlässigkeit des Mitarbeiters anzuzweifeln oder die Sinnigkeit der Fragen in diesem Block.

8. Analyse von offenen Fragen

Offene Fragen lassen sich nur schwer statistisch auswerten. Dies liegt zum einen am Skalenniveau (nominal). Auf der anderen Seite aber natürlich auch an der Fülle an verschieden Antworten. Da die Antwortmöglichkeiten nicht standardisiert sind, können sich hier genauso viele verschiedene Antworten wie Mitarbeiter ergeben.

Eine Möglichkeit dieses Problem zu lösen ist die Zusammenfassung der Antworten. Dies ist natürlich recht individuell, teilweise auch willkürlich, und Bedarf relativ viel Zeit. Eine grafische Darstellungsform dieser Inhalte ist zum Beispiel die Schlagwortwolke. Einfache Häufigkeitstabellen sowie der Modalwert liefern weitere wertvolle Informationen.

Aufgrund der subjektiven Handhabung von Freitexten und dem Arbeits- und Zeitaufwand sind offene Fragen falls möglich zu vermeiden.

9. Alternative Skalen – grafische Skalen

Likert-Skala und Semantisches Differential liefern für viele Fragestellungen ein gutes Werkzeug zur Informationsgewinnung. Eine alternative Abfrage liefert zum Beispiel eine grafische Skala. Der Zahlenstrahl eine Gerade, die zwei extreme Ausprägungen verbindet (z.B.: stimme überhaupt nicht zu (0) – stimme voll und ganz zu (100)). Dem Mitarbeiter ist es hierbei selbst überlassen wo er einen senkrechten Strich zwischen den extremen Ausprägungen zieht und somit seine Meinung äußert. Metrisches Skalenniveau ist somit gewährleistet und eine Schablone erlaubt die Bestimmung des exakten Wertes, welcher auf Wunsch so natürlich leicht vorgegebenen Klassen zugeteilt werden kann. Der Kreativität sind bei der Gewinnung von Daten keine Grenzen gesetzt!

10. Zeit- und Orientierungsvorgaben

Manchmal schadet es nicht dem Mitarbeiter anzuzeigen wie viel Prozent der Umfrage er schon ausgefüllt hat oder wie viel Zeit der nächste Fragenblock in Anspruch nimmt. Besonders bei Online-Fragebögen ist erstere Information sehr hilfreich, da nicht alle Fragen direkt eingesehen werden können.

Eine genaue Zeitabschätzung motiviert den Mitarbeiter die restlichen Fragen gewissenhaft auszufüllen und den Fragebogen nicht vorzeitig abzubrechen.

Es ist natürlich auch klar, dass sich die Mitarbeiterbefragung in einem angemessenen zeitlichen Rahmen bewege sollte. Es sollten nur wirklich relevante Inhalte abgefragt werden und die Fragen gut verständlich sein. Ohne Nachfragen oder Missverständnisse sollte es jedem Mitarbeiter leicht möglich sein die Fragen zu verstehen und somit zielgerichtet zu antworten.

11. Benutze ich für meine Regressionsanalyse SPSS, Excel oder R?

Viele Auswerter benutzen für die Regressionsanalyse SPSS, aber auch R oder sogar Excel liefern brauchbare Ergebnisse. Hierbei kommt es sicherlich auf die persönlichen Fähigkeiten an. SPSS ist sicherlich das bekannteste Werkzeug um statistische Analysen durchzuführen. Es ist sehr anwenderfreundlich und enthält alle Standardverfahren. Ein wenig individueller ist R, bei dem der Anwender die Befehle per Syntax schreibt. Diese Software ist jedoch kostenfrei und wie SPSS schnell zu erlernen. Zudem gibt es im Internet zahlreiche Websites, die Hilfe anbieten. So ist es nicht mehr zwingend notwendig für statistische Anwendungen wie den t-Test oder die Regressionsanalyse SPSS zu benutzen. Auch Excel bietet hierfür Add-Ins an, die statistische Auswertungen erlauben.

Ausführung einer linearen Regressionsanalyse in SPSS
Regressionsanalyse in SPSS

Fazit: Die Auswertung einer Mitarbeiterbefragung ist nicht zu unterschätzen

Wie man sieht, gilt es im Rahmen einer Mitarbeiterbefragung einiges zu beachten. Die Unterstützung und Durchführung von Mitarbeiterbefragungen gehört zu unseren Hauptleistungen, gerne können wir auch Sie bei Ihrer Mitarbeiterumfrage unterstützen, sei es bereits bei der Konzeption der Umfrage, der Dateneingabe der Rückläufer oder bei der anschliessenden Datenanalyse und -auswertung. Nähere Informationen zu unseren Leistungen erhalten Sie auf unserer entsprechenden Unterseite zur Hilfe bei der Mitarbeiterbefragung Auswertung.

Weiterführende Links:

[1] Mitarbeiterbefragung: Ein Ohr für die Belegschaft

[2] Mitarbeiterbefragung: Beispiel & Best Practice. Tipps für innovative mittelständische Unternehmen