Neben analytischen Funktionen bietet SPSS einen umfangreichen Editor für grafische Darstellungen, den sogenannten Chart Builder. Im folgenden Artikel wird zunächst auf den Funktionsumfang und die Möglichkeiten eingegangen, bevor die häufig verwendeten Diagrammtypen Boxplot SPSS, Balkendiagramm (oder analog dazu: Säulendiagramm), Histogramm und Streudiagramm vorgestellt werden.

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Alle Diagramme können über den Menüpfad „Grafik → Diagrammerstellung“ aufgerufen werden.
Zunächst wird aus der Liste der gewünschte Diagrammtyp gewählt und das gewünschte Format mittels Drag’n’Drop in den Editor gezogen.

Diagramme 1

Balkendiagramme SPSS

Die Grafikerstellung in SPSS erlaubt die Wahl zweier Typen von Balkendiagrammen:

  • Eine Variable, die die Häufigkeiten der einzelnen Ausprägungen einer Variablen darstellt – hierbei handelt es sich um das klassische Balkendiagramm.
  • Eine Variable mit mehreren Kategorien – die betrachtete Variable wird in Kategorien gruppiert dargestellt, z.B. das Einkommen in Abhängigkeit vom Geschlecht.

Die darzustellende Variable wird einfach mittels Drag’n’Drop auf die x-Achse gezogen, im Falle mehrerer Kategorien auf die y-Achse; dann wird die Gruppierungsvariable auf die x-Achse gezogen. Wichtig: Die Erstellung von Balkendiagrammen in SPSS ist nur für nominal oder ordinal skalierte Merkmale möglich, dies muss in der Variablenansicht von SPSS in der Spalte „Maß“ (Measure) entsprechend eingestellt sein.

Nach erfolgreicher Erstellung lässt sich das Diagramm durch Doppelklick noch weiter im Editor bearbeiten – so kann etwa die Farbe der Balken verändert oder die Balken mit absoluten oder relativen Häufigkeiten beschriftet werden.

Wichtig: Ist die Verteilungsform nicht diskret, sondern metrisch, wird kein Balkendiagramm, sondern ein Histogramm erstellt.

Histogramme SPSS

Histogramme stellen die Verteilung von in Klassen zusammengefassten metrisch stetigen Merkmalen graphisch dar. Der Unterschied zum Balkendiagramm liegt darin, dass die einzelnen Balken ohne Zwischenräume direkt aneinanderstoßen und die Fläche der Rechtecke den jeweiligen relativen (oder absoluten) Häufigkeiten entspricht.

Histogramm

 

Analog zu Balkendiagrammen erlaubt die Grafikerstellung in SPSS die Wahl unterschiedlicher Typen von Histogrammen. Dazu wird die Gruppe Histogramm aus der Liste gewählt, das gewünschte Format in den Editor gezogen, welches sich wiederum durch Doppelklick im Editor weiter bearbeiten lässt.

Boxplot SPSS

Wie bei Balkendiagrammen wird auch hier die Gruppe Boxplot aus der Liste gewählt und das gewünschte Format in den Editor gezogen. Um für die Grafikerstellung Boxplot SPSS zu nutzen, gibt es die Auswahl zwischen mehreren Typen:

  • Einfacher Boxplot – es wird die Verteilung eines mindestens ordinal skalierten Merkmals dargestellt
  • Eine Variable, mehrere Kategorien – für jede Ausprägung der Gruppierungsvariablen wird ein eigener Boxplot in SPSS erstellt. Dies ermöglicht den direkten Vergleich der Gruppen bezüglich der Streuung eines Merkmals

Wichtig bei der Interpretation sind die drei Quartile – das erste ist das untere Ende der Box; 25% der Werte liegen unterhalb. Das zweite Quartil, die 50%-Grenze (das entspricht dem Median) ist als dicker Balken innerhalb der Box zu sehen. Das dritte Quartil ist das obere Ende der Box und die 75%-Grenze.
Wird zur Erstellung des Boxplot SPSS genutzt, werden Ausreißer und Extremwerte durch Punkte und Sterne gekennzeichnet. Ausreißer sind mehr als die eineinhalbfache Breite der Box vom Median entfernt, Extremwerte mehr als die dreifache Breite.

Boxplot

Wie auch das Balkendiagramm erlaubt der Grafikeditor eine weitere Bearbeitung des Boxplot, SPSS bietet und wird durch Doppelklick aufgerufen.

Streudiagramme SPSS

Streudiagramme (oder. Scatterplots) stellen in SPSS die paarweise Verteilung zweier Merkmale dar, deren Ausprägungen in Form einer Punktwolke dargestellt werden. Sie werden häufig als grafische Unterstützung der Korrelationsanalyse genutzt. Voraussetzung sind zwei metrisch (kardinal) skalierte Merkmale.
Entsprechend gibt es keine Darstellung, bei der lediglich eine Variable berücksichtigt wird.

Wie zuvor wird das gewünschte Format in den Editor gezogen und danach die entsprechenden Variablen auf die Achsen. Im Grafikeditor lässt sich zusätzlich die Regressionsgerade einzeichnen.

Weiterführende Links

[1] https://www.univie.ac.at/ksa/elearning/cp/quantitative/quantitative-67.html

[2] https://www.springer.com/de/book/9783834996527