Für Statistiker ist Excel wie ein Schweizer Taschenmesser – ein verlässliches Allzweckwerkzeug. Wie Sie aus diesem Werkzeug eine aussagekräftige statistische Auswertung schnitzen können, zeigen wir Ihnen in diesem Artikel.

Wenn Sie hingegen nicht zwangsläufig mit Excel auswerten möchten, schauen Sie gerne auf unserer allgemeinen Leistungsseite zum Thema Auswertung Fragebogen nach – Gerne unterstützen wir Sie dabei kompetent bei Ihrem Statistik-Projekt.

Sollten Sie Unterstützung bei einer Auswertung von Fragebögen in Excel benötigen, helfen unsere Statistiker Ihnen gerne weiter. Nutzen Sie einfach unser Kontaktformular für eine kostenlose Beratung & ein unverbindliches Angebot – oder rufen Sie uns an.

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Sie finden hier Antworten auf folgende Fragen:

  • Wie übertrage ich Daten aus dem Fragebogen in Excel?
  • In welcher Form müssen die Daten in Excel vorliegen?
  • Wie bereinige ich Umfragedaten in Excel?
  • Wie erstelle ich eine deskriptive Statistik in Excel?
  • Welche statistischen Auswertungen unterstützt Excel überhaupt?
  • Was kann ich tun, wenn die Statistik-Funktionen in Excel meinen Anforderungen doch nicht genügen?

Erster Schritt: Auswertung Fragebogen – Excel benötigt Ihre Daten im richtigen Format

Daten können auf zwei Wegen aus dem Fragebogen in Excel gelangen: durch manuelle Eingabe oder durch elektronische Übertragung. Liegen Ihre Fragebögen in Papierform vor, z.B. Mitarbeiterbefragungen auf Papier, muss die Eingabe manuell erfolgen. Haben Sie dagegen einen Online-Fragebogen verwendet, dann können Sie nach der Datenerhebung die Informationen meist zur Weiterverarbeitung mit Excel herunterladen. Wählen Sie dabei das Format CSV, das von Excel eingelesen werden kann. Statten Sie für Ihre statistische Auswertung Excel mit möglichst vielen CSV-Datensätzen aus, also neben den Antworten der Umfrageteilnehmer auch mit einer Liste der Variablen und der Kodierungen. Die Daten werden dann in einer Excel-Tabelle gruppiert und können entsprechend weiterverarbeitet werden. Gerne unterstützen wir Sie auch, wenn Sie Ihre Umfrage auswerten möchten. Auf unserer verlinkten Leistungsseite stellen wir Ihnen unsere Unterstützungsmöglichkeiten vor, wenn Sie Ihre Umfrage auswerten möchten.

Zweiter Schritt Auswertung Fragebogen – Excel fordert Ordnung

Für die manuelle Anordnung der Daten in Excel sind einige feste Regeln zu beachten:

  • Jeder Datensatz entspricht genau einer Zeile der Excel-Tabelle. Bei einer Umfrage ergibt der Inhalt eines einzelnen Fragebogens einen Datensatz.
  • Alle Datensätze haben jeweils eindeutige Identifikations-Nummern. Diese werden entweder von der Umfragesoftware automatisch vergeben, oder Sie nummerieren sie in einer neuen Spalte von Hand durch.
  • Jede Variable steht in einer eigenen Spalte. Dies gilt für alle Antworten der Befragten, egal ob sie als Freitext, über eine Auswahlliste oder als Zahl eingegeben wurden. Zwei Variablen in derselben Spalte wären nicht auswertbar. Konnte der Befragte bei einer Frage nur eine von mehreren Antworten auswählen, belegt diese Frage genau eine Spalte, in deren Datenfeldern die Antwort oder ein entsprechendes Kürzel steht. Wenn mehrere Antworten möglich sind, erhält jede dieser Antworten eine eigene Spalte, in der die Entscheidung Pro oder Kontra wiedergegeben ist, z.B. durch die Zahlen 1 und 2.
  • Die Bedeutung der Daten muss dokumentiert sein: Für jede Variable bzw. Spalte muss bekannt sein, welcher Frage sie zuzuordnen ist und welchen Datentyp sie hat (Text, Auswahlliste, Mehrfachauswahl oder Boolean (true/false)). Wurden die Antworten codiert, z.B. 1 = „Nein“, 2 = „Ja“ und -9 = „keine Antwort“, dann muss die zugrundeliegende Verknüpfung nachvollziehbar sein.

Vor dem Download von Daten zur Statistik-Auswertung in Excel notwendige Anpassungen betreffen vor allem den Umgang mit fehlenden Werten, das Trennzeichen zwischen Variablen, das Trennzeichen zwischen Fällen sowie das Texterkennungszeichen. Fehlende Werte sollten einen Wert erhalten, der bestimmt als nicht gültig identifizierbar ist, z.B. „-9“ oder „na“. Als Trennzeichen zwischen Variablen bieten sich Tabulatoren an. Diese führen beim Öffnen der CSV-Datei in Excel dazu, dass jede Variable in einer eigenen Spalte steht. Das beste Trennzeichen zwischen Fällen ist der Zeilenumbruch, wobei dessen Schreibweise der Syntax des Betriebssystems entsprechen muss, unter dem mit Excel gearbeitet wird. Das Texterkennungszeichen kann beispielsweise ein doppeltes Anführungszeichen sein, also „„.

Dritter Schritt Auswertung Fragebogen – Excel und das Reinheitsgebot

Die Datenbereinigung und Datenaufbereitung in Excel erfolgt üblicherweise von Hand. Allerdings muss nach den Regeln sauberen wissenschaftlichen Arbeitens jede Änderung dokumentiert werden. Da Excel keinen eingebauten Protokollmechanismus hat (wie z.B. Datenbanken), müssen Sie selbst dafür sorgen, dass keine Information verloren geht und unbedingt die Originaldaten sichern. Dazu erstellen Sie eine Kopie der Datei, die Sie z.B. „Originaldaten.xlsx“ nennen und mit Schreibschutz versehen. So können Sie später die durchgeführten Bereinigungen nachverfolgen, einschließlich der Fehler, die Ihnen dabei möglicherweise unterlaufen sind. Legen Sie (spätestens jetzt) ein Logbuch für Ihre Studie an, z.B. eine Textdatei, in der Sie alle Ihre Arbeitsschritte und Modifikationen protokollieren. Idealerweise hatten Sie dies bereits während der statistischen Versuchsplanung getan, um auch die Design-Entscheidungen zu dokumentieren.

Der erste Bereinigungsschritt ist das Löschen unvollständiger Fragebögen. Allerdings können auch teilweise ausgefüllte Fragebögen unter bestimmten Aspekten nützlich sein. Daher müssen Sie vorab eindeutig definieren, welche Antworten ein Fragebogen mindestens enthalten muss, um in die Studie einbezogen zu werden. Unvollständige Datensätze können Sie dann von Hand löschen, ebenso unsinnige, die offensichtlich willkürlich ausgefüllt wurden. Gibt beispielsweise jemand als sein Alter 1000 Jahre an, würde das die Berechnung des mittleren Alters stark verfälschen. Dokumentieren Sie jedoch in Ihrem Logbuch, welche Datensätze (d.h. welche Nummer) Sie aus welchem Grund entfernt haben.
 Sollten Sie Ihre Meinung ändern und die Daten doch als relevant für Ihre statistische Auswertung empfinden, können Sie diese dann einfach wieder in Ihren Datensatz aufnehmen.

Die bereinigte Tabelle sieht dann beispielsweise so aus:

Auswertung Fragebogen Excel 1

Wie erstelle ich eine deskriptive Statistik mit Excel?

Nach den o.g. Vorarbeiten gilt es nun, eine deskriptive Statistik zu erstellen, also ein Profil der Umfrageteilnehmer und eine grobe Übersicht über deren Antworten. Dazu sind folgende Festlegungen nötig:

  • Anzahl der Datensätze: Da in Excel die Zeilen durchnummeriert werden, addieren Sie 1 zur Differenz der Zeilennummer der letzten gefüllten Zeile und der Zeilennummer der ersten gefüllten Zeile. Hat die Tabelle eine Kopfzeile mit Spaltennamen, dann subtrahieren Sie 1 von der Zeilennummer der letzten gefüllten Zeile. Achtung: Die Nummer des letzten Datensatzes ist nicht gleich der Anzahl der Datensätze, wenn Sie bei der Nachbearbeitung leere Fragebögen entfernt haben. Dann ist die Nummerierung nicht fortlaufend.
  • Anzahl der Datensätze, die einen bestimmten Wert haben: Mit ZÄHLENWENN(„JA“) lassen sich alle Datensätze zählen, bei denen „Ja“ im Datenfeld steht.
  • Mittelwerte: Bei nummerischen Daten ist oft der Mittelwert von Bedeutung, beispielsweise beim Alter der Teilnehmer. Diesen berechnen Sie mit dem Befehl =MITTELWERT(B2:B21). In der Klammer steht der Datenbereich, in diesem Fall die Spalte B, aus der Werte der Zeilen 2 bis 21 in die Mittelwertberechnung einbezogen werden sollen. Aber auch der Median (MEDIAN), der häufigste (MODALWERT), der kleinste (MIN) oder der größte Wert (MAX) können interessant sein.
  • Verteilungsbreiten wie Varianz (VAR oder VAR.S) und Standardabweichungen (STABW oder STABW.S)
  • Ranglisten (RANG, RANG.MITTELW, RANG.GLEICH), Häufigkeitsanalysen (HÄUFIGKEIT) und Quantile (QUANTIL, QUANTIL.EXKL, QUANTIL.INKA).
  • automatisches farbliches Markieren von Extremwerten oder anderweitig auffälligen Daten durch bedingte Formatierung der Tabellenfelder.

Auswertung Fragebogen Excel 2

Auswertung Fragebogen Excel 3

Über „Einfügen -> Diagramm“ ist es auch möglich, die Daten mit Histogrammen, Tortengrafiken und x-y-Diagrammen in zwei und drei Dimensionen visuell aufzubereiten.

Weitere nützliche Excel-Befehle für die Datenauswertung

Für spezielle Zwecke oder Verwendungszusammenhänge hält Excel zusätzliche Funktionen bereit:

  • FTEST und F.TEST: Vergleich der Varianzen zweier Datensätze mit dem F-Test
  • GTEST und G.TEST: Hypothesenprüfung mittels Gauß-Test
  • TTEST und T.TEST: Hypothesenprüfungen mit verschiedenen Varianten des T-Tests (Student-Test)
  • CHITEST und CHIQU. TEST: Chi-Quadrat-Test (Unabhängigkeitstest)
  • KORREL: Korrelationsanalysen
  • PEARSON und BESTIMMTHEITSMASS: Korrelationsanalysen nach Pearson
  • KOVAR: Kovarianzanalysen
  • RGP, RKP, ACHSENABSCHNITT, STEIGUNG, STFEHLERYX: lineare und nichtlineare Regressionsanalyse sowie Trendanalysen und Ermittlung des Bestimmtheitsmaßes eines Trends

Noch differenziertere Auswertungen erreichen Sie mit dem Analyse-Tool. Das Laden der Analyse-Funktionen in Excel funktioniert so: Klicken Sie auf der Registerkarte „Datei“ auf „Optionen“ und dann auf die Kategorie „Add-Ins“. Wählen Sie im Feld „Verwalten“ die Option „Excel Add-Ins“ und klicken Sie dann auf „Gehe zu“. Aktivieren Sie im Feld „Verfügbare Add-Ins“ das Kontrollkästchen „Analyse-Funktionen“ und bestätigen dann mit „OK“. Nun stehen Ihnen ergänzende Tools zur Verfügung:

  • Populationskenngrößen: generiert einen Bericht über eindimensionale (univariate) Statistiken für Daten im Eingabebereich und stellt Informationen über die zentrale Tendenz und Streuung der Daten, nach Aktivierung der Auswahl „Statistische Kenngrößen“ sogar eine Komplettübersicht der wichtigsten Maßzahlen bereit
  • Rang und Quantil: Es wird eine Tabelle erstellt, die den Rang sowie den Quantilsrang jedes Werts in einem Datensatz wiedergibt.
  • ANOVA-Varianzanalysen
  • Gleitender Durchschnitt für Extrapolationen von Daten in die Zukunft
  • Fourieranalyse
  • Verbesserte Analysen (z.B. auch wenn Werte fehlen) für t-Test, F-Test, Regression, Kovarianz, Gauß-Test, Korrelationsanalyse und Berechnung des Korrelationskoeffizienten nach Pearson

Was tun, wenn Sie mehr brauchen, als Excel bietet?

Geht Ihr Auswertungsbedarf über das Funktionsarsenal von Excel hinaus, können Sie sich so behelfen:

  • Programmieren zusätzlicher Auswertungsmethoden mittels Excel-Formeln oder VBA (Visual Basic for Applications-Skripten)
  • Zukauf kommerzieller Add-Ins, die die weitere Statistik-Funktionalitäten bereitstellen
  • Export der Daten in eine CSV-Datei und Import in ein anderes Statistik-Programm.

Vertiefende Informationen zur Fragebogenauswertung mit Excel: